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"13"-WALZ und "DSDS"-DIETER - gleich zwei Blogs in einem!

Walz-Glück wird besiegelt

Berlin steht Kopf, zumindest das Berlin, dass sich in Druckerzeugnisse wie die B.Z. drängt. Starfriseur Udo Walz will heiraten und alle sind komplett aus dem Häuschen. Zu recht, denn der kurz über 60-jährige "ewige Junggeselle", wie ihn benanntes Springer-Elaborat schon betitelte, ist im Herzen seit mehr als einem Jahrzehnt verpartnert. Was? Der Walz also auch ? Wen sollte das bitte noch wundern, liebe Boulevard-Finken? Carsten Thamm heißt der Mann an Udos Seite - seit 13 Jahren. Walz wollte eigentlich nie zum Standesamt. Einmal nur hatte er seinen Carsten gefragt - vor 10 Jahren etwa. Doch der PR-und Marketingexperte Thamm habe damals noch "Nein" gesagt, worauf Walz meinte: "Ich frag nie wieder." Doch nun, nach 13 Jahren Zusammenleben, 13 Jahren Zusammenarbeit an gemeinsamen Projekten, wie neuen Salons und einem erweiterten Walz-Sortiment, z.B. für stilvolle Hundemode und Zubehör, nach 13 Jahren in Liebe und Gemeinsamkeit solls nun sein. B.Z. jubelte sogleich, die Zeitung sei offizieller Trauzeuge des Paares, als ginge es um das Sponsoring einer Fußball-EM. Das wäre allerdings ein interessantes Konzept: die Walz-Hochzeit als große Show. Die Ringe (es soll zwar keine geben, aber was solls!) kommen von einem Schmuck-Imperium, die Garderobe natürlich von aufgekratzten Berliner Designern, der Regierende überreicht "joldige" Bärchen und T-Shirts mit "Bi Berlin"-Aufdruck, tja und die Hochzeitsreise kommt von Spartacus-Travel. Ach das wird wunderbar, lieber Udo. Herzlichen Glückwunsch! Von Herzen...
Weitere Ideen ? Bitte sehr, ab ins Gästebuch!

"DSDS" mit Gähnfaktor "Unendlich"

Es muss gesagt werden - es drängt sich auf. Wer am Samstagabend nichts Besseres zu tun hat, wem z.B. die Freunde ausgegangen sind, der kommt an "DSDS" gar nicht vorbei. Die Show der letzten 10, 9, 8 aus angeblich 30000 teilweise talentfreien Talenten bröselt in ihrer 5. Runde über die Mattscheiben. Sie ist - ja ich wage es zu sagen - nie langweiliger gewesen, als in dieser Auflage. Der Grund sind nicht einmal die Kandidaten, obwohl es wirklich nicht nachvollziehbar ist, warum Langweiler-Frauen wie Stella Salato und Möchtegern-Männer wie Thomas Godoj (ein Nasal-Akrobat und Komplett-Zersäger, besser Zerquetscher sämtlicher Musiktitel) überhaupt in den "Mottoshows" gelandet sind. Hat die Jury um Dieter "Titan" Bohlen diesmal so sehr geschlampt? War die Langeweile bei "Bär" Läsker, der nicht mal sprechen kann, schon in den Ausscheidungen so groß, dass nun nur Verlegenheits-Kandidaten auf der bunten Bühne stehen und sich von Marco Schreyl begrabbeln lassen müssen? Es ist ein Alptraum für jeden, der Musik mag und gern mitfiebert. Sympathisch wirken in dieser Staffel lediglich die süße Rania aus Holland, die leider seit einigen Wochen an herbem Stimmverlust zu leiden scheint. Und der ebenso süße Benjamin Herd, der gern zwinkert und um seine Fans weiß, die ihn trotz deutlicher Stimmversager von Runde zu Runde telefonieren oder neudeutsch "voten". Herd wird nunmehr seit drei Wochen nach jedem Auftritt planmäßig fertig gemacht, als könnte er etwas für die Schwächen der Sendung. In der letzten Ausgabe (Thema: ausgerechnet Maria Carey und Take-That-Songs) endlich versuchte sich der "Kleene", den Bohlen in der ersten Folge noch adoptieren wollte, zu wehren. Er kritisierte reichlich ungeschickt den ebenso so reichlich ungeschickten Auftritt von Weltstar Mariah Carey. Dabei sah er eben aus, wie ein 16jähriger aussieht, dem etwas nicht paßt. Die Arme vor der Brust, das Gesicht zur Faust geballt. So will aber niemand "Benni", den Strahlemax sehen, dem die Belastung des ewigen Draufhauens nunmehr anzusehen ist. Wo ist er hin, der "Benni", der beim Casting noch seine Gefühle heraus schrie: "Deutschland sucht mich!". Pfui, pfui, Starschelte - sowas macht man doch nicht. Herd hatte allerdings recht. Was die Diva Carey Playback ablieferte, war letztlich abschreckend für jeden, der selbst ein "Star" werden will. Das sollte Weltniveau sein? Um mit Bohlen zu sprechen, hätte die Trulla mit ihrem Auftritt gerade mal einen Vereinssaal rocken können. Nein - die Langweile liegt nicht wirklich an den Kandidaten, sondern inzwischen am Konzept von "DSDS". Hinter den Kulissen wirken offenbar derartig viele Stimmtrainer, so genannte "Vocal-Coaches", Redakteure, Aufnahmeleiter und vor allem Marketing-Fritzen, die den Kandidaten so viele Flöhe, von BRAVO-Shootings bis CD-Reklame und wohl auch Schreckensaussichten bei Spielverweigerung ins Ohr setzen, dass die Kids vollkommen vergessen, sie selbst zu sein. Ängstliche Blicke während ihrer Auftritte sind das Ergebnis. Siehe Rania, aber eben auch Benjamin und andere. Laßt sie doch mal sein, wie sie sind! Formt nicht zu früh an ihnen herum! Es würde der Sendung gut tun und letztlich den Kandidaten. Sie sind ja auch nur Menschen.
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1 Kommentar 6.4.08 10:54, kommentieren

TEMPELHOF und kein Ende?

Verstehen Sie noch das ganze Theater um Tempelhof? T-E-M-P-E-L-H-O-F, der Museums-Flughafen, mitten in der City-West. Ja, genau der. Offenbar soll aus der unsäglich provinziellen Frage, ob dieses Flugfeld weiter betrieben werden soll, ein enervierender Dauerbrenner gemacht werden. Trotz des gescheiterten Volks"entscheids" vom Sonntag. Die Gründe sind durchsichtig.

Puzzlen wir´s nochmal auseinander. Für jene in der Berliner CDU, die es noch immer nicht verstanden haben. 609 509 "JA"-Stimmen wären notwendig gewesen, um dem Regierenden Bürgermeister den Weiterbetrieb von Tempelhof als "Volkes Wille" zu verkaufen. Tatsächlich kamen 530 231 "JA"-Stimmen zusammen. Das sind nach Adam Ries einige weniger als nötig. Sind wir uns soweit einig? Wir könnten das Ganze auch noch in Prozente gießen und kämen statt der notwendigen 25 Prozent der Wahlberechtigten für einen Erfolg der Abstimmung auf gerade 21 komma sowieso Prozent. Auch klar, oder? Dennoch will die Rhetorik, dieser Volks"entscheid" sei ein Erfolg für die "JA"-Sager gewesen, nicht enden. Im Gegenteil: jetzt wird das Ergebnis gedeutet, wie es gerade passt. Wirtschaftskapitäne, wie Wöhrl sagen, die "JA"-Zahl könne niemand übergehen. Das ist tatsächlich noch am Einleuchtendsten. Mehr als 500 000 Berliner für den flügellahmen Flughafen - ok - nicht wenig! Der Regierende Klaus Wowereit weigert sich in seiner Herrlichkeit nämlich noch immer die Bedeutung dieser Zahl zu realisieren. Längst hätte er in präsidialer Größe - zumal als vielleicht künftiger Kanzler - einen Schritt auf die Tempelhof-Verteidiger zugehen und die Abstimmung als Teil direkter Demokratie fördern können. Stattdessen versuchte er das Theater bärbeißig links liegen zu lassen. Eindeutig ein Fehler.
Soweit noch alles richtig? Ja, oder? Doch da ist auch noch CDU-Fraktionschef Pflüger. Um es mit dem "Teutonen" Trappatoni zu sagen: "Was erlaube Pflüger?" Er rechnet dem Regierenden vor, dass dieser von weniger Menschen gewählt worden sei, als der Flughafen. Und überhaupt rechnet er alle Zahlen zu einem riesigen Erfolg um, am dem niemand vorbei könne. Letztlich hätten die meisten Berliner Tempelhof gewollt. Das nennt man "Realitätsverlust". Die verbalen Brennstäbe sollten sich ins Fleisch des Regierenden graben, haben aber mit der Sachfrage Tempelhof so wenig zu tun, wie ein Hühnerei mit Wodka.

Tatsächlich geht es um die Wiedergewinnung der konservativen Mitte Berlins. Es geht um die Stimmen in Steglitz, Zehlendorf und Wilmersdorf, um die Gutverdiener in Charlottenburg und die Frage, wer für die ausgemachte Mittelschicht (deren Zahl wir nunmehr sogar recht genau kennen dürften) in Berlin Politik macht. Die CDU hatte bei den letzten Wahlkämpfen so wenig Fortune gegen den beliebten, polternden Regierenden gezeigt - da musste ein Achtungserfolg her. Kostete es, was es wollte! Es ging um nicht weniger, als die politische Existenz der Christdemokraten und ihres stets überkorrekt, aber technokratisch auftretenden Fraktionschefs Pflüger. Wer für die Geschichte des "Rosinen-Bomber-Flughafens" steht, wer Westberlin noch in seinen ursprünglichen Grenzen sieht und als sprichwörtliche Wilmersdorfer Witwe Berlin verteidigt, der muss nunmehr Friedbert Pflügers Truppe das Käsetörtchen am Kudamm spendieren. Die Tempelhof-Kampagne könnte dies bewirken, wenn die Initiatoren jetzt nicht zu "Spielverderbern" werden, die in Nach-Wahl-Schröder-Manier ihre Niederlage vom Sonntag nicht anerkennen wollen. Da droht der Bumerang - der politische.

1 Kommentar 28.4.08 14:04, kommentieren