Engel, Idioten und wir - 3 Blogs in einem!

Mann, was für ein lahmer Haufen sind wir eigentlich? Wir Deutschen. Am Wochenende versemmeln die vier Nicht-Engel jegliche Minimalchance auf den größten, schwulen Titel dieser Welt - Grand-Prix-Sieger - durch einen jämmerlichen Auftritt ohne Glanz oder den Sexappeal, der dann immerhin noch in russischer Bauart daher kam. Germany - schick endlich einen richtig austrainierten Kerl, natürlich mindestens halbnackt und mit Ballettänzern im Glitzerlook zum Eurovision Song Contest! Mein Vorschlag: Lukas Podolski grölt in Deo-Werbepose und mit einem Fussball unter dem Mucki-Arm um die Wette. Titel: "Ole Ole - Ole Ola". Gab´s schon? Ist doch schon verjährt!
Dann pfeffert ausgerechnet Fussball-Oberlehrer und "Schnee-Akrobat" Christoph Daum, vielleicht im Rausch haarsträubender Gedanken- und Gefühlswallungen eine verbale Idiotie ohne Vergleich auf den Markt, in dem er Homosexuelle und Kinderschänder zumindest in gewisse Nähe rückt. Dieser Elfmeter hätte unverwandelt bleiben müssen, bedroht er doch das faire Spiel zwischen Menschen, die verschiedene Farben auf den Trikots ihrer Lebensentwürfe tragen. Deutlicher gesagt: dieser Unsinn schürt Vorurteile gegen Homos und untermauert homophobe Gedankenwelten.
So. Und zu guter Letzt schauen wir gebannt nach Sao Paulo, Brasilien, wo ganze fünf Millionen Menschen für mehr schwule Rechte und gegen Homophobie auf die Strasse gegangen sind - wunderbar bunt und friedlich. Auch der Christopher Street Day in Berlin wendet sich in diesem Jahr gegen Gewalt und Ausgrenzung von Schwulen, Lesben und all jenen, die wiederum Minderheiten in der Minderheit sind. Denn da steht es mit der Toleranz und dem Annehmen auch beim homosexuellen Mainstream nicht gerade zum Besten. Die Leistungsgesellschaft "Homosexuelle" grenzt noch zu gern Alte, Kranke, Andersglaubende und -fühlende aus. Wer also von der Gesellschaft verlangt anerkannt zu werden - und das wollen doch irgendwie immer alle Homos, der sollte zunächst vor der eigenen Tür nachschauen, ob da nicht noch der Gedankenbesen aus Vorurteilen und Ablehnung steht. Leider sind diese im Vergleich zu vergangenen Jahren geradezu revolutionär neuen Forderungen des CSD Berlin dem großen Publikum noch immer nicht bekannt. Schade, denn in vier Wochen rollen ja schon wieder die Wagen. Nu aber los!

26.5.08 18:04

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